Beratungsbogen

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Wie ist ein Beratungsbogen gestaltet, den insbesondere Banken bei Besprechungen über Wertpapieranlagen ausfüllen (lassen)?

Der Fragebogen ist an § 31 Abs.4 und 5 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) an-gelehnt. Bei der Durchführung von Wertpapierdienstleistungen ist es erforder-lich von den Kunden Angaben über deren Erfahrungen und Kenntnisse in derartigen Geschäften, bei der Anlageberatung und Vermögensverwaltung zusätzlich über die mit diesen Geschäften verfolgten Anlageziele und über die finanziellen Verhältnisse der Kunden zu erfragen. Die Erteilung der Angaben liegt im eigenen Interesse des Kunden. Treffen die Angaben nicht mehr zu, sollte ein Hinweis an den Berater erfolgen, damit diese aktualisiert werden können.

Zuerst werden die persönlichen Daten des Kunden aufgenommen. Dann wird der Beruf, sowie die Position abgefragt. Der Güterstand, sowie die Zahl der Kinder sind auch zu nennen.

Dann gilt es auszuwählen, ob man eher „Beratungsfreie Orderausführung“ , „Anlageberatung“, „Vermögensverwaltung“ oder „Keine“ in letzter Zeit in Anspruch genommen hat.

Dann widmet man sich den Erfahrungen.

Anleihen, Aktien, Investmentfonds, Zertifikate, strukturierte Anleihen, Options-scheine, Finanztermingeschäfte, Sonstiges und das Gleiche in Fremdwährung sind an zugeben, seit wann man diese Geschäfte betreibt und wie oft im Jahr.

Im Folgenden wird der Umfang in Euro abgefragt.

Dann folgt die Frage, ob man Erfahrungen mit Fremdwährungsgeschäften hat und man Wertpapiergeschäfte auf Kreditbasis tätigt oder getätigt hat.

Als nächster Punkt folgen die Anlagegrundsätze. Der Anleger hat auszuwählen, wie er sich selbst einschätzt:

Konservativ: Substanzerhaltung; die Sicherheit der Anlage steht im Vordergrund

Risikobewusst: Höheren Erwartungen stehen höhere Risiken gegenüber

Spekulativ: Hohen Ertragschancen stehen hohe Risiken gegenüber

Dann folgt die Anlagedauer. Man kann zwischen kurzfristig (bis zu einem Jahr), mittelfristig (mehr als 1 Jahr, bis zu 5 Jahren) oder langfristig (mehr als 5 Jahren) wählen.

Als nächster Punkt sind die Anlageziele zu bestimmen:

Liquiditätsvorsorge, Altersvorsorge, Familienabsicherung, Vermögensoptimierung, kurzfristige Gewinnerzielung (Spekulation), Zielsparen, Sonstige, kein konkretes Ziel

Der Anleger hat anzugeben, wann er über sein Geld verfügen möchte und ob er Vermögenszuflüsse oder Vermögensabflüsse erwartet.

Als letzter Punkt wird das Vermögen (in Bankguthaben, Wertpapieren, Immobi-lien, Versicherungen, Sonstige Verbindlichkeiten (z. B. Bürgschaften)) , die Verbindlichkeiten (Hypotheken/Grundschulden, Kredite, Bürgschaften), die Einkünfte (Nettogehalt, Rente, Kapitaleinkünfte, Sonstige Einkünfte (z. B. Mieteinnahmen)), sowie die Ausgaben (Lebenshaltung, Miete, Kredite, Sonstige Ausgaben (z. B. Versicherungsprämien)) des Anlegers abgefragt. Dann wird daraus der Überschuss errechnet.

Abschließend fordert eine Einteilung in die verschiedenen Risikoklassen.

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