Artikel unter 'offene'

Neues Gesetz zum Anlegerschutz?

Die Bundesregierung hat den Entwurf eines Anlegerschutz- und Funktionsverbesserungsgesetzes vorgelegt. Mit diesem Gesetz soll die Anlageberatung stärker unter eine staatliche Aufsicht gebracht werden. Dabei geht es vor allem um eine Regulierung des Markts der offenen Immobilienfonds. Bereits diese Gesetzesinitiative belegt, dass die Beratung und Vermittlung im Rahmen offener Immobilienfonds in vielen Fällen pflichtwidrig erfolgt und Anleger nicht ausreichend über die dortigen Risiken informiert werden. Anleger, die sich pflichtwidrig beraten fühlen, können die eigenen Praxisfälle an die Kester-Haeusler-Stiftung weitergeben, die diese Sachverhalte im Gesetzgebungsverfahren vorlegen möchte.

Haben Sie Fragen? E-Mail an das Forschungsinstitut

Rechtsdokumentation für Anleger offener Immobilienfonds

Rechtsdokumentation für Anleger offener Immobilienfonds
Das Forschungsinstitut für Bank- und Kapitalanlagerecht bewertet aktuelle Entwicklungen im Kapitalanlagebereich. Im Rahmen dieser wissenschaftlichen Tätigkeit möchten wir derzeit besonders den Bereich der offenen Immobilienfonds hervorheben.
Denn die Risikosituation dieser Kapitalanlagen scheint vielen Anlegern immer noch unbekannt zu sein. Dass die konzeptionell zwar verwandten, nicht aber identischen geschlossenen Immobilienfonds risikobehaftet sind, ist zwischenzeitlich vielen Anlegern durch Gerichtsverfahren und Veröffentlichungen bekannt geworden. Auch die Risiken von Wertpapieren (auch Aktien) sind im Anschluss der Finanz- und Wirtschaftskrise spürbarer geworden.
Gerade aus diesen Gründen ist ein wachsendes Anlageinteresse an offenen Immobilienfonds feststellbar. Diese werden mit den Argumenten beworben, dass die dortigen Immobilien eine Sicherheit vermitteln und ein weiterer Vorteil in der besseren Handelbarkeit solcher Anteile an offenen Immobilienfonds besteht. Tatsächlich sind gerade diese Vorteile mit Risiken behaftet, die sich derzeit in vielen offenen Immobilienfonds zeigen.
Die durch Immobilienvermögen vermittelte Sicherheit ist dort nicht mehr gegeben, wo dieses Immobilienvermögen zu hoch bewertet worden und eine Wertminderung zwischenzeitlich eingetreten ist. Insbesondere bei Auslandsimmobilien sieht das Forschungsinstitut für Bank- und Kapitalanlagerecht eine gesteigerte Risikosituation. Auch die freie Handelbarkeit, an der noch vor wenigen Jahren keine Zweifel bestanden, hat sich zwischenzeitlich umgekehrt, da viele offene Immobilienfonds mit wirtschaftlichen Problemen diese Handelbarkeit eingeschränkt haben.
Das Forschungsinstitut für Bank- und Kapitalanlagerecht wird der Kapitalanlage in offene Immobilienfonds eine eigene Rechtsdokumentation widmen. Betroffene Anleger die aktuell mit solchen Risiken konfrontiert werden bzw. Anleger, die mit solchen Risiken rechnen, sind an dieser Stelle herzlich dazu aufgerufen, Kontakt mit uns aufzunehmen, damit wir deren Praxisfälle prüfen und ggf. veröffentlichen können.

Haben Sie Fragen? E-Mail an das Forschungsinstitut

Offene Immobilienfonds

Was ist ein offener Immobilienfonds im Vergleich zu einem geschlossenen Immobilienfonds?

Ein offener Immobilienfonds ist eine Kapitalanlage, die ursprünglich in den §§ 26-37 KAGG, jetzt im Investmentgesetz (InvG), geregelt ist, sich auf Grund-stücks-Sondervermögen bezieht und im Vergleich zu einem geschlossenen Immobilienfonds investmentrechtlich ausgeprägt ist. So werden bei einem offenen Immobilienfonds laufend neue Anteilsscheine ausgegeben. Der Bestand und die Zahl der Anleger ist variabel.

Welche Rechtsgrundlagen gibt es für offene Immobilienfonds?

Offene Immobilienfonds beurteilten sich seit 1969 bis 2003 nach dem Sonderrecht des Gesetzes über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG). Nunmehr gilt das Investmentgesetzt (InvG). Dieses Gesetz befasst sich ganz allgemein mit Kapitalanlage- und Investmentgesellschaften. Gemeinsamkeit aller Gesellschaft ist es, dass eingelegtes Geld im Namen der Gesellschaft mit einer Risikomischung in bestimmte Kapitalanlagen investiert und dem Anleger hierfür eine Urkunde, also einen Anteilsschein ausgestellt wird.

In welcher Rechtsform können Kapitalanlagegesellschaften gebildet werden?

Eine Kapitalanlagegesellschaft darf nur als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder Aktiengesellschaft (AG) gegründet werden. Für die jeweilige Rechtsform gibt es mit dem GmbHG und dem AktG jeweils ein Sondergesetz. In beiden Fällen handelt es sich um Kapitalgesellschaften mit eigener Rechts-persönlichkeit.

Durch welche speziellen Kriterien zeichnet sich ein offener Immobilienfonds aus?

Eine solche Kapitalanlagegesellschaft unterliegt besonders strengen gesetzlichen Anlegerschutzvorschriften. Eine Risikomischung ist ebenfalls gesetzlich vorge-schrieben und erfolgt beispielsweise durch die Investition in verschiedene Immobilien. Die Höhe der Beteiligung ist für Anleger nahezu beliebig, da die Anteilscheine eine prozentuale Beteiligung vermitteln, der Wert der Anteile laufend ermittelt wird und nicht börsennotiert ist.

Auch ist eine Kapitalanlagegesellschaft zur jederzeitigen Rücknahme der Anteile gesetzlich verpflichtet. Der Bestand der jeweiligen offenen Immobilienfonds kann relativ frei erweitert, beschränkt oder verändert werden. Eine höhere Bewertung der Immobilien wirkt sich für den Anleger positiv aus.

Haben Sie Fragen? E-Mail an das Forschungsinstitut


Themen

Links

Feeds