Bankenaufsicht in Großbritannien

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Die Aufsicht über den Finanzmarkt und die Banken ist in Großbritannien im Wesentlichen durch den Financial Services and Markets Act 2000 geregelt. Dieser ist am 30. November 2001 in Kraft getreten.

Financial services authority
Zuständige Aufsichtsbehörde ist die Financial services authority  (FSA). Diese ist eine juristische Person des Privatrechts. Sie ist sowohl für die Zulassung der Finanzinstitute als auch für die Aufsicht über die laufende Geschäftstätigkeit zuständig. Durch den Financial Services and Markets Act 2000 sind ihr weitreichende Regelungsbefugnisse übertragen. Sie kann sowohl Verordnungen, die allgemeine rechtliche Verbindlichkeit besitzen, erlassen, als auch Richtlinien zur Konkretisierung und Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen. Sie ist auch zuständig für die Zulassung von Wertpapieren zum Markt. Außerdem verwaltet die Financial services authority auch den Entschädigungsfonds, der Rückzahlungsansprüche der Anleger im Falle einer Bankeninsolvenz sichern soll.

Methoden der Finanzmarktkontrolle
Die Kontrolle des Finanzmarktes wird zum einen präventiv im Rahmen der Zulassung der Finanzinstitute zur Geschäftstätigkeit als auch durch die Aufsichts- und Eingriffsbefugnisse der FSA sichergestellt. Die Genehmigung der Geschäftstätigkeit wird durch die FSA im Rahmen eines einheitlichen Verfahrens erteilt, das unter anderem z.B. den Nachweis eines ausreichenden Eigenkapitals und der persönlichen und fachlichen Eignung der Geschäftsleiter erfordert. Wird die Genehmigung erteilt, so wird damit zum einen das Unternehmen als zugelassenes Institut anerkannt. Zum anderen wird damit die Aufnahme bestimmter,  genehmigungspflichtiger Tätigkeiten erlaubt. Durch die genaue Bezeichnung einzelner Geschäftsbereiche kann die Aufsichtsbehörde somit bereits präventiv die Geschäftstätigkeit des Unternehmens lenken.
Die Ausübung der Geschäftstätigkeit unterliegt der laufenden Kontrolle der Financial services authority. Diese wird unter anderem durch laufende Mitteilungspflichten gewährleistet. Verstöße gegen Verhaltensregelungen der FSA können unter anderem durch die Veröffentlichung der Verstöße, durch finanzielle Sanktionen oder durch strafrechtliche Verfolgung geahndet werden. Im Krisenfalle kann z.B. auch die erteilte Konzession eingeschränkt oder ganz aufgehoben werden.

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