Das délit d’initié

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Das französische Kapitalmarktrecht verbietet die Ausnützung von nicht öffentlichen Informationen zum Schutz der Gleichheit der Kapitalanleger. Das délit d’initié sieht als strafrechtliche Konsequenzen einer Missachtung des Verbots bis zu zwei Jahre Haft bzw. die Verhängung einer Geldstrafe vor. Wer Zugang zu besonderen Informationen über ein Unternehmen hat, darf seine Kenntnisse nicht auf dem Kapitalmarkt nützen, ehe diese öffentlich bekannt gemacht worden sind. Dieses Verbot betrifft z.B. Organe der börsennotierten Unternehmen, aber auch Aktionäre, Anlageberater, Banker, Journalisten und jede Person, die hinreichend genaue, geheime und marktrelevante Informationen erlangt hat. Das soziale Interesse kann dabei unter Umständen einen Insiderhandel rechtfertigen, dies ist indes von demjenigen, der sich hierauf beruft, zu beweisen.
Im Adhäsionsverfahren zum Strafverfahren wegen Verdacht auf Insiderhandel kann sich auch der einzelne Aktionär als partie civile beteiligen. Anspruchsgegner ist dann der Geschäftsführer des börsennotierten Unternehmens (vgl. Cour de cassation, ch. crim., 11.12.2002).

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