Französisches Kapitalgesellschaftsrecht

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Das französische Gesellschaftsrecht unterscheidet zwischen Kapital- und Personengesellschaften. Die wichtigsten Kapitalgesellschaften sind die SARL sowie die SA, die auch für französische Tochterfirmen ausländischer Firmen aus steuerlichen Gründen am häufigsten gewählt werden.

Die Société à responsabilité limitée (SARL)
Die SARL ist der deutschen GmbH vergleichbar, sie weist aber auch Ähnlichkeiten zu Personengesellschaften auf. Sie verfügt über einen oder mehrere Geschäftsführer und eine Gesellschafterversammlung. Die Gesellschafterversammlung ernennt die Geschäftsführer, die die Gesellschaft nach außen vertreten. Eine Übertragung der Gesellschaftsanteile ist grundsätzlich nicht frei möglich, sofern sie nicht an Familienmitglieder oder Mitgesellschafter erfolgt. Das Gründungskapital wird durch die Gesellschafter frei vereinbart, es beträgt mindestens 1 Euro. Die Unterform der EURL erfordert zeichnet sich dadurch aus, dass sie durch eine einzelne Person gegründet werden kann, deren Haftung auf die Einlage beschränkt ist. Sie ist auch als französisches Tochterunternehmen ausländischer Firmen geeignet.

Die Société anonyme (SA)
Die SA ist die französische Aktiengesellschaft. Sie ist selbst bei kleineren und mittleren Unternehmen sehr beliebt. Sie kann durch mindestens 7 Gesellschafter mit einem Grundkapital von 37000 Euro oder 225000 Euro bei börsennotierten Unternehmen gegründet werden. Hinsichtlich ihrer Organisationsform sind zwei unterschiedliche Formen möglich: Eine klassische SA besitzt als Organ einen Verwaltungsrat (conseil d’administration), aus dessen Mitte der Vorsitzende (Président) gewählt wird. Zumeist nimmt dieser zugleich die Geschäftsführung für die Gesellschaft als Directeur Général wahr und vertritt die Gesellschaft in dieser Eigenschaft auch nach außen. Die Aufgaben des Président und des Directeur Général können aber auch getrennt werden. Abweichend von dieser Organisationsform ist es auch möglich, dass die Aktiengesellschaft durch einen Vorstand (directoire) geleitet wird. Dieser wird von einem Aufsichtsrat (conseil de surveillance) bestellt und überwacht. Vertretungsberechtigt ist der Président du directoire und einzelne benannte Vorstandsmitglieder. Diese Form der SA weist starke Ähnlichkeiten mit der Aktiengesellschaft des deutschen Rechts auf.

Die Société par actions simplifiée (SAS)
Die SAS stellt eine vereinfachte Abwandlung der SA dar, die wegen der großen Gestaltungsfreiheit hinsichtlich der Organisation und Führung der Gesellschaft Verbreitung gefunden hat. Die Geschäftsführung wird durch den Président wahrgenommen, der die Gesellschaft auch im Außenverhältnis vertritt. Daneben können auch weitere Vertreter bestellt werden. Die SAS ist nicht börsenfähig.

Die Société en commandite par actions (SCA)
Daneben existiert noch die Kommanditgesellschaft auf Aktien (SCA). Die Gründung erfolgt durch mindestens einen persönlich haftenden Gesellschafter und 3 Komplementäre. Auch die SCA wird durch einen oder mehrere Geschäftsführer vertreten, wobei Kommanditisten ausgeschlossen sind. Daneben besitzt sie einen obligatorischen Aufsichtsrat mit mindestens 3 Mitgliedern, der von der Hauptversammlung abberufen werden kann.

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