Wann liegt nach französischem Recht eine Insiderinformation vor?

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Der Begriff der Insiderinformation wurde durch die französische Rechtsprechung durch verschiedene Entscheidungen näher präzisiert.
Eine Information liegt vor bei Kenntnis einer bestimmten Tatsache bzw. eines Ereignisses, wobei diese Kenntnis nicht Ergebnis eigener Überlegungen sein darf, sondern von außen kommen muss (connaissance par voie externe). Die Information muss nicht unbedingt sicher (certain) sein, es genügt, wenn sie genau (précis) ist. Schätzungen und Erwartungen genügen also, aber die Informationen müssen so genau sein, dass sie zur Verwendung auf dem Kapitalmarkt unmittelbar geeignet sind. Außerdem muss die Information ihrer Art nach geeignet sein, den Aktienkurs zu beeinflussen. Dies ist objektiv zu bestimmen.
(vgl. Cour de Cassation 5.10.1999; Cour de cassation, ch. crim., 26.6.1995 ; CA Paris, 30.3.1977 ; Cour de cassation, 14.06.2006)

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