Trotz Finanzkrise keine Anhebung der Körperschaftssteuer

Artikel gespeichert unter: Irland


Nachdem sich am Sonntag Irland dazu entschlossen hat, unter den Bankenrettungsschirm der EU zu flüchten, werden über die Folgen der Inanspruchnahme der Finanzhilfen spekuliert.
Viele Länder, darunter Deutschland und Frankreich, fordern, dass Irland seinen derzeit sehr niedrigen Körpersteuersatz anheben sollte. Dieser liegt derzeit bei lediglich rund 12, 5 %, während die meisten anderen Mitgliedstaaten zwischen 19 und 25 % Steuern erheben. Die Kritik an dieser Strategie, sich einen Vorteil im Wettkampf um Industrieansiedlungen zu bemühen, wird indes nicht von allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union geteilt. Nun wurde auch von Seiten des Vorsitzenden der Eurogruppe, Junker, Skepsis laut. Zwar müsse über eine Anhebung der Körperschaftssteuer diskutiert werden, indes sei diese angesichts der breiten Abneigung hiergegen quer durch alle irischen Parteien unwahrscheinlich. Auch ein Sprecher der Kommission äußerte sich dahingehend, dass Irland über eine Steuererhebung selbst entscheiden müsse.

Es wird befürchtet, dass eine Anhebung der Körperschaftssteuer die Krise in Irland womöglich weiter verstärken könnte, wenn dadurch große Firmen zu einer Abwanderung veranlasst werden. Gerade angesichts der drastischen Sparmaßnahmen, die die irische Regierung in Aussicht gestellt hat, könnte dies zu einer Bedrohung für die wirtschaftliche Entwicklung Irlands führen. Bis 2014 sollten 15 Milliarden Euro eingespart werden.

Haben Sie Fragen? E-Mail an das Forschungsinstitut

« Beginn der Widerrufsfrist bei Haustürgeschäften     Untreue von Managern »

Themen

Links

Feeds