Der Kapitalmarkt in Polen

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Polen gewinnt auch für Kapitalanleger aus dem Ausland  an Bedeutung. Der EU-Beitritt hat dabei vor allem auch im polnischen Kapitalmarktrecht zu einer Angleichung an die übrigen EU-Mitgliedstaaten geführt.

Rechtsgrundlagen
Die wesentlichen Rechtsgrundlagen für das polnische Kapitalmarktrecht finden sich im Gesetz über Aktienemissionen und die Bedingungen der Einführung von Finanzinstrumenten in das organisierte Handelssystem sowie über öffentliche Gesellschaften und im Gesetz über die Aufsicht über den Kapitalmarkt. Hinzu kommen spezielle Regelungsinstrumente für besondere Bereiche des Kapitalmarkts, z.B. das Gesetz über Investmentfonds. Eine bedeutende Rechtsgrundlage stellen nunmehr auch die verschiedenen Rechtsakte der Europäischen Union dar.

Finanzmarktaufsicht
Die Finanzaufsichtskommission überwacht den polnischen Kapitalmarkt. Sie übt die Aufsicht über öffentliche Gesellschaften, Maklerfirmen, und gemeinschaftlichen Investmentinstitutionen aus und soll vor allem auch den Schutz der Interessen der Anleger gewährleisten. Bei Verstößen gegen polnisches Kapitalmarktrecht kann sie unter anderem Geldbußen verhängen.

Wertpapiere
Das polnische Recht kennt verschiedene Arten von Wertpapieren, darunter Aktien, Derivate und Anleihen. Anteile an Investmentfonds gelten nur als Wertpapiere, wenn sie von geschlossenen Fonds ausgegeben wurden. Der bedeutendste Markt ist Warschauer Wertpapierbörse. Wertpapiere können dabei entweder auf dem Hauptparkett oder dem Parallelmarkt notiert werden. Für eine Notierung am Hauptmarkt müssen dabei verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein, unter anderem ist ein Gesamtwert der Aktien von mindestens einer Million Euro erforderlich. Der Handel am Parallelmarkt unterliegt weniger hohen Voraussetzungen. Dazu besteht ein außerbörslicher Angebotsmarkt.

Investmentfonds
Von steigender Bedeutung im polnischen Kapitalmarktrecht sind Investmentfonds. Dabei nimmt auch die Investition in ausländische Fonds in Polen deutlich zu. Nach polnischem Recht besitzen Investmentfonds eine eigenständige Rechtspersönlichkeit. In der Praxis dominieren dabei offene Investmentfonds. Diese unterliegen teilweise strengen Investitionsgrenzen. Dem Anleger bieten sie jedoch den Vorteil, dass er dem Fond fast jederzeit beitreten oder ihn verlassen kann. Geschlossene Fonds gewinnen jedoch in Form spezieller Unterarten, z.B. Immobilienfonds, an Bedeutung.

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