Allgemeine Risiken im Kapitalmarktbereich

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Was bedeutet Konjunkturrisiko?

Unter dem Konjunkturrisiko wird die Gefahrensituation von Kursverlusten verstanden, die dadurch entstehen, dass der Anleger die Konjunkturentwicklung nicht oder nicht zutreffend bei seiner Anlageentscheidung berücksichtigt und dadurch zum falschen Zeitpunkt eine Wertpapieranlage tätigt oder Wertpapiere in einer ungünstigen Konjunkturlage hält.

Man unterscheidet dabei unterschiedliche Abschnitte im sog. Konjunkturzyklus:

Ende der Rezession / Depression

Aufschwung, Erholung

Konjunkturboom, oberer Wendepunkt

Abschwung, Rezession

Was heißt Inflations- bzw. Kaufkraftrisiko?

Das Inflationsrisiko beschreibt die Gefahr, dass der Anleger infolge einer Geldentwertung einen Vermögensschaden erleidet. Dem Risiko unterliegt zum einen der reale Wert des vorhandenen Vermögens und andererseits auch der reale Ertrag aus dem angelegten Vermögen.

Als Orientierungspunkte sind diesbezüglich zwei Sachverhalte zu berücksichtigen:

Zum einen zeigt die Realverzinsung, die auf eine Kapitalanlage erfolgt, im Verhältnis zur Inflationsrate, ob eine Wertsteigerung oder ein Wertverlust eintritt.

Andererseits gilt grundsätzlich, dass Sachwerte im Verhältnis zu Geldwerten grundsätzlich inflationsbeständiger sind.

Was bedeutet Länder- und Transferrisiko?

Vom Länderrisiko spricht man, wenn ein ausländischer Schuldner trotz eigener Zahlungsfähigkeit auf Grund fehlender Transferfähigkeit und Transferbereitschaft seines Sitzlandes seine Zins- und Tilgungsleistungen nicht fristgerecht oder überhaupt nicht leisten kann.

Diese Gefahr besteht vor allen in wirtschaftlich und politisch instabilen Ländern.

Das Problem dabei ist zusätzlich, dass sich ein Anleger gegen dieses Risiko kaum absichern kann.

Eine Entscheidungshilfe gibt allenfalls ein sog. Länder-Rating, das die Bonität der jeweiligen Länder einstuft.

Was ist das Währungsrisiko?

Anleger sind einem Währungsrisiko ausgesetzt, wenn sie auf eine fremde Wäh-rung lautende Wertpapiere halten und der zu Grunde liegende Devisenkurs sinkt. Durch die Aufwertung des Euro verlieren die in Euro bewerteten ausländi-schen Vermögenspositionen an Wert. Zum Kursrisiko ausländischer Wertpapiere kommt damit zusätzlich das sog. Währungsrisiko hinzu, selbst wenn die Wertpapiere an einer deutschen Börse in Euro gehandelt werden. Das Währungsrisiko besteht natürlich auch dann, wenn beispielsweise Tages- oder Termingelder in fremder Währung angesetzt sind.

Was heißt Volatilität?

Der Kurs von Wertpapiere schwankt von Tag zu Tag. Das Maß dieser Schwankung wird als Volatilität bezeichnet. Je höher diese ist, desto größer schwankt der Kurs nach oben und unten. Die Vermögensanlage in ein Wertpapier mit hoher Volatilität ist damit riskanter, da damit ein höheres Verlustpotential einhergeht.

Was ist das Liquiditätsrisiko?

Die Liquidität einer Kapitalanlage beschreibt die Möglichkeit für den Anleger, seine Vermögenswerte jederzeit zu marktgerechten Preisen zu verkaufen. Dies ist üblicherweise dann der Fall, wenn ein Anleger seine Wertpapiere verkaufen kann, ohne dass schon ein durchschnittlich hoher Verkaufsauftrag zu spürbaren Kursschwankungen führt und nur auf deutlich niedrigerem Kursniveau abgewickelt werden kann.

In diesem Risikobereich gibt es unterschiedliche Einzelaspekte, die besondere Gefahren mit sich bringen.

Es gibt zum einen die sog. Angebots- und nachfragebedingte Illiquidität, die dann eintritt, wenn der Markt für das konkrete Wertpapier zu eng ist.

Andererseits kann es sein, dass die Wertpapiere durch einen Emittenten (sog. Market Maker) gehandelt werden, der dann selbst nicht ausreichend kaufen oder verkaufen kann.

Einen dritten Bereich stellt die naturbedingte Illiquidität dar, die sich daraus ergibt, dass das Wertpapier selbst als nicht liquide ausgestaltet ist, also vor allem bei

Wertpapieren, die auf den Namen des Eigentümers lauten

Frist gebundenen Wertpapieren im Rahmen eines An- und Verkaufs

Ausschluss der kurzfristigen Veräußerung

Was ist das psychologische Marktrisiko?

Häufig wirken sich irrationale Faktoren auf die Kursentwicklung eines Wertpapiers aus (beispielsweise die Rufschädigung eines Vorstands, eine aufziehende Finanzkrise, Streikankündigungen, politische Entscheidungen). Das kann der Anleger kaum beeinflussen oder vorhersehen.

Was bedeutet das Risiko bei Kredit finanzierenden Wertpapierkäufen?

Grundsätzlich erscheint eine Beleihung von Wertpapieren als möglich. Allerdings führt die Fremdfinanzierung eines Wertpapiererwerbs natürlich dazu, dass das Darlehen unabhängig von der Kursentwicklung bestehen bleibt. Hieraus er-geben sich folgende Risikoszenarien:

Veränderung des Kreditzinssatzes

Beleihungswertverlust des Depots durch Kursverfall

Nachschuss aus anderem Vermögen für den Kapitaldienst

Verkauf der Depotwerte mit Verlust für den Kapitaldienst

Verwertung des gesamten Depotbestands bei Pfandreife

Welche steuerlichen Risiken kann es geben?

Im steuerlichen Bereich gibt es regelmäßige Änderungen in der Steuergesetzgebung. Allein das stellt schon ein Risiko für sich dar. Gerade im Wertpapierbereich sind immer wieder Änderungen zu erwarten.

Daneben gibt es das Risiko der Doppelbesteuerung von Auslandsanlagen.

Ein weiteres Problem ist die ungeklärte steuerliche Behandlung von neu geschaffenen, innovativen Anlageformen.

Welche sonstigen Basisrisiken müssen beachtet werden?

Der Anleger ist immer mit folgenden Risikobereichen konfrontiert:

Informationsrisiko =

Fehlerhafte Anlageentscheidung wegen fehlender, unvollständiger oder falscher Information

Übermittlungsrisiko =

Missverständnisse bei der Auftragsdurchführung

Auskunftsrechtsrisiko =

Wenn ausländische Wertpapiere erworben werden, unterliegen diese Rechtsgeschäfte dem dort geltenden Recht mit den entsprechenden Folgen, beispielsweise im Hinblick auf Auskunftsansprüche Dritter

Risiko der Eigenverwahrung =

Soweit Wertpapiere in eigener Hand verwahrt werden, trägt der Anleger das Risiko des Verlustes, Diebstahls oder der Vernichtung

Risiko der Wertpapierverwahrung im Ausland =

In diesem Bereich entstehen für den Anleger Durchsetzungsrisiken mit Blick auf Verwertung und Erlösauszahlung.

Risiko der weichen Kosten =

Mitbeteiligte Berater, Vermittler, Kreditinstitute handeln für den Anleger nicht unentgeltlich. Gleiches gilt ggf. für die Emittenten, sodass der Anleger damit rechnen muss, dass er Provisionen und Kosten für die dortigen Tätigkeit entrichten muss, die den Ertrag schmälern.

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