Sonderrisiken im Wertpapierbereich

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Gibt es spezielle Sonderrisiken bei verzinslichen Wertpapieren?

Hier ist einmal das Bonitätsrisiko zu nennen, wenn der Schuldner zahlungsunfähig wird. In diesem Fall kann dieser Gefahr durch ein Rating ggf. vorgebeugt werden.

Ein weiteres Risiko ist das Zinsänderungsrisiko bzw. Kursrisiko während der Laufzeit, da sich der Marktzinssatz täglich ändert. Steigt das Marktzinsniveau so verliert das verzinsliche Wertpapier, das ja auf einen Zinssatz festgeschrieben ist, an Wert. Das hängt natürlich auch von der Restlaufzeit und der Nominalverzinsung ab.

Daneben gibt es abhängig von der Konzeption auch das sog. Kündigungsrisiko. Das heißt, in bestimmten Fällen behält sich der Schuldner das Recht vor, das Wertpapier zu kündigen. In diesem Fall besteht das Risiko, dass der Anleger zu einem negativen Marktmoment das Geld in eine andere Kapitalanlage investieren muss.

Wenn es um Tilgungsanleihen geht, die einem Auslosungsverfahren unterliegen, so besteht daneben freilich noch das Auslosungsrisiko.

Ansonsten birgt jede spezielle Konzeption eines Wertpapiers natürlich auch Sonderrisiken mit sich, die auf das jeweilige Wertpapier zurückgeführt werden können.

Gibt es spezielle Sonderrisiken bei Aktien?

Bei Aktien ist ein zentrales Risiko das sog. unternehmerische Risiko, da der An-leger letztlich selbst Eigenkapitalgeber eines Unternehmens ist. Geht das Unter-nehmen in Insolvenz, so verliert der Anleger ebenfalls.

Daneben besteht das Kursveränderungsrisiko im Rahmen von unvorhergesehenen Schwankungen auf dem Aktienmarkt.

Weiterhin besteht das sog. Dividendenrisiko, als die Gefahrenlage, dass eine Dividende – abhängig vom Gewinn der Aktiengesellschaft – nicht ausgezahlt wird bzw. aufgrund des betrieblichen Ergebnisses nicht erfolgen kann.

Ganz besonders bei Aktien ist auf die Psychologie der Marktteilnehmer zu achten, da die Börsen- und Marktstimmung, die Meinungsführerschaft von Großak-tionären, eine Trendverstärkende Spekulation durch Großanleger, die Globalisierung der Märkte und rechtlich notwendige gesellschaftsbezogene Maßnahmen die Kursentwicklung immer schwerer vorhersehbar machen.

Gleichzeitig muss der Anleger das Risiko tragen, dass er aufgrund von Entscheidungen der Gremien einen Verlust bzw. eine Änderung seiner Mitgliedschaftsrechte hinnehmen muss (beispielsweise bei einer Fusion oder Spaltung des Unternehmens).

Welche speziellen Sonderrisiken gibt es bei Genussscheinen?

Bei Genussscheinen muss der Anleger mit folgenden Gefahrenlagen rechnen:

Ausschüttungsrisiko =

Gewinnabhängigkeit der Verzinsung

Rückzahlungsrisiko =

Verlust des eingelegten Kapitals

Kündigungsrisiko =

Kündigungsrecht des Emittenten zum wirtschaftlich ungünstigen Moment mit Wiederanlagenotwendigkeit

Haftungsrisiko =

Nachrangige Stellung im Falle der Insolvenz bzw. Liquidation des Unternehmens

Gibt es spezielle Sonderrisiken bei Zertifikaten?

Bei Zertifikaten muss der Anleger mit folgenden Risiken rechnen:

Emittentenrisiko =

Insolvenz des Emittenten

Kursänderungsrisiko =

Abhängigkeit vom Preis des zugrunde liegenden Basiswerts

Liquiditätsrisiko =

Verwertungsprobleme auf dem freien Markt

Daneben muss der Anleger natürlich mit einem Wertverfall und dem Währungsrisiko rechnen, ebenso mit Problemen bei der Lieferung des Basiswerts.

Gibt es spezielle Sonderrisiken bei Investmentanteilen?

Der Erfolg von Anteilen an Investmentgesellschaften hängt zum einen stark von der Qualität des Fondsmanagements ab.

Andererseits können Ausgabeaufschläge und interne Kosten der Verwaltung die Ertragsmöglichkeiten deutlich schmälern.

Investmentfonds unterliegen weiterhin dem Risiko sinkender Anteilspreise. Das Gefahrenpotential erhöht sich dabei bei solchen Fonds, die sich als regionale Fonds oder Branchenfonds spezialisiert haben. Hierdurch erhöht sich die Risikoanfälligkeit.

Weiterhin besteht das Risiko der Aussetzung. Das bedeutet, dass eine Rückgabe der Anteilsscheine für einen bestimmten Zeitraum ausgeschlossen wird.

Welche speziellen Sonderrisiken gibt es bei Optionsscheinen?

Bei solchen Wertpapieren ist die Wahrscheinlichkeit von Verlusten bzw. die Möglichkeit eines Totalverlusts grundsätzlich sehr hoch.

Solche Verlustrisiken können sich vielfach ergeben und zwar beispielsweise durch das allgemeine Kursrisiko, Kursveränderungen des Basiswerts, Verände-rungen der Volatilität des Basiswerts, den sog. Zeitwertverfall und die Hebelwirkung.

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