Einführung in das Steuerrecht: Einkommensteuer (Teil 4)

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Die Einkommensteuer ist der Schwerpunktbereich des gesamten Steuerrechts, da sich zum einen anhand dieser Steuerart viele Gesamtzusammenhänge aller Steuerarten erklären lassen, andererseits andere Steuern auf der Einkommensteuer aufbauen.

Für Ihr Verständnis ist wichtig, dass die Einkommensteuer eine Ertragsteuer ist. Es wird also ein Zufluss von Erträgen aus einer (beruflichen) Betätigung besteuert. Auch die Körperschafts- und Gewerbesteuer sind Ertragsteuern, sodass Sie immer diese drei Steuern voneinander abgrenzen müssen.

(1) subjektive Steuerpflicht

Dieser Bereich ist bei der Einkommensteuer vor allem in § 1 EStG geregelt. Immer wenn Sie es mit einer natürlich Person zu tun haben, befinden Sie sich im Bereich der Einkommensteuer. Weder Personen-, noch Kapitalgesellschaften sind nach EStG zu prüfen.

(2) objektive Steuerpflicht

Die objektive Steuerpflicht ist das Hauptproblem der Einkommensteuer. Dabei geht es vor allem darum die sieben Einkunftsarten der Einkommensteuer (siehe § 2 EStG) zu prüfen und voneinander abzugrenzen. Eine weitere Abgrenzung muss zum Privatbereich stattfinden, da die Ertragssteuern nur den (beruflichen) Bereich im weitesten Sinne besteuern. Diese doppelte Abgrenzung sollte der Schwerpunkt Ihres Lernens sein.

(3) Bemessungsgrundlage

Auch hier gibt es einige Schwierigkeiten im EStG. Dabei geht es darum, dass der Gesetzgeber eine Besteuerung allein anhand der objektiven Feststellung der Ein-künfte für nicht angemessen hält, da dies zu einer Benachteiligung von Einzelpersonen führen kann, die hohen Belastungen im Privatbereich ausgesetzt sind. Es sind deshalb subjektive Kriterien zusätzlich zu berücksichtigen, wie beispielsweise das Alter, die Pflege von Dritten, die Existenz von Kindern. Diesen Bereich erschließen Sie sich, wenn Sie § 2 EStG durcharbeiten, der letztlich die Prüfungsreihenfolge des Finanzbeamten von dem Bereich der objektiven Steuerpflicht hin zur Bemessungsgrundlage darstellt.

(4) Tarif

Der Tarif ergibt sich aus § 32a EStG. Es handelt sich um einen progressiven Tarif. Das heißt, dass es keine feste Prozentzahl für alle Steuervorgänge gibt.

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