Einführung in das Steuerrecht: Überblick (Teil 1)

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Steuerrecht ist für Kapitalanleger ein wesentlicher Rechtsbereich, da letztlich jeder Investition einen steuerlichen Hintergrund hat. Mit Blick auf die steuerliche Systematik können Sie auf folgende Grundunterscheidung zurückgreifen. Es gibt letztlich drei Steuerbereiche, die zu unterscheiden sind.

(1) Allgemeine Steuergesetze

Für zahlreiche Einzelsteuern sind zwei Gesetze sozusagen mit einer Klammerfunktion versehen. Die Abgabenordnung regelt das steuerliche Verfahrensrecht, also wie das Steuerverhältnis zwischen Staat und Bürger abgewickelt wird. Das Bewertungsgesetz legt fest, wie bestimmte Steuerrechtspositionen (beispielsweise ein Grundstück oder eine Aktie) bewertet werden können.

(2) Einzelsteuergesetze

Abhängig von der Kapitalanlage werden unterschiedliche Einzelsteuergesetze zu besprechen sein. Jede Einzelsteuer (beispielsweise Einkommensteuer) können Sie sich nach einem bestimmten Schema erarbeiten und zwar anhand folgender Fragesituationen:

Frage 1: Wer ist verpflichtet, die Steuer zu zahlen?

= subjektive Steuerpflicht (also beispielsweise die Einzelperson oder eine Gesell-schaft)

Frage 2: Was wird besteuert?

= objektive Steuerpflicht (also beispielsweise die Einkünfte bei der Einkommen-steuer oder der Schenkungsvorgang bei der Schenkungssteuer)

Frage 3: Wie wird der Betrag ermittelt, der Berechnungsgrundlage für den Finanzbeamten bei der Steuerfestsetzung ist?

= Bemessungsgrundlage (hier sind beispielsweise bei der Einkommensteuer von den erzielten Einkünften bestimmte Freibeträge abzuziehen)

Frage 4: Welchen Rechensatz muss ich zur Steuerberechnung anwenden?

= Tarif (hier wird auf die Bemessungsgrundlage eine bestimmte Prozentzahl genommen und damit die Steuer ermittelt)

Anhand dieses Aufbaus können Sie bei allen Einzelsteuern das Gesetz durcharbeiten und die Probleme verorten.

(3) Internationales Steuerrecht

Das Internationale Steuerrecht ist eine Sondermaterie, die letztlich alle Einzelsteuern betrifft. Deshalb sind in diesem Bereich noch eigene Normen zu berücksichtigen (beispielsweise das Außensteuergesetz oder sog. Doppelbesteuerungsabkommen).

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