Die Haftung von Organmitgliedern für fehlerhafte Risikokontrolle in den USA

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Die Haftung von Verwaltungsmitgliedern wegen mangelnder Überwachung im US-amerikanischen Gesellschaftsrecht wurde unlängst vor dem Hintergrund der Hypothekenkrise relevant. Dabei ging es um die Frage, inwieweit Organmitglieder die Risikoexposition ihres Unternehmens überwachen müssen.
Eine persönliche Haftung der Organmitglieder kommt grundsätzlich auch für eine fehlerhafte Risikokontrolle in Betracht. Diese kann sich aber nur aus einer Verletzung der Sorgfaltspflichten der Organmitglieder ergeben, für einen fahrlässigen Sorgfaltspflichtverstoß kann aber (z.B. nach dem Recht von Delaware) die Haftung generell ausgeschlossen werden. Zudem sind der gerichtlichen Nachprüfung der unternehmerischen Tätigkeit enge Grenzen gezogen. Zugunsten der Geschäftsleitung greift grundsätzlich die „Business Judgement Rule“, d.h. den verantwortlichen Organmitgliedern wird bei der Abwägung von Risiken und Rendite einer Geschäftstransaktion grundsätzlich ein weitreichendes Ermessen zugestanden. Es wird zu ihren Gunsten vermutet, dass sie ihre Entscheidung in gutem Glauben, auf der Basis ausreichender Informationen und in der festen Überzeugung getroffen haben, im besten Interesse der Gesellschaft zu handeln. Diese Vermutung muss der Kläger durch erschüttern, indem er zumindest grobe Fahrlässigkeit der Verantwortlichen beweist. Die Eingehung von Risiken und der Eintritt hoher Verluste kann für sich alleine genommen keine persönliche Haftung der Verwaltungsmitglieder begründen.

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