Was ist der Sarbanes-Oxley Act und welche Bedeutung hat er für ausländische Firmen?

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Der Sarbanes-Oxley Act of 2002 soll sicherstellen, dass Anleger richtig und vollständig über die Finanzdaten von Unternehmen informiert werden. Es handelt sich um ein Bundesgesetz, das seit dem 30. Juli 2002 in Kraft ist. Insgesamt wurden dadurch zahlreiche Änderungen im Bereich der Corporate Governance veranlasst, die auch internationale Auswirkungen zeigten.
Die Regelungen beanspruchen Geltung für alle in- und ausländischen Firmen bzw. deren Tochterunternehmen, deren Wertpapiere an US-Börsen gehandelt werden, öffentlich angeboten werden oder deren Wertpapiere mit Eigenkapitalcharakter in den USA außerbörslich gehandelt werden. Besonders bedeutsam sind die Vorschriften über interne Kontrollsysteme, durch die die ordnungsgemäße Rechnungslegung und die Berichterstattung an die Finanzbehörden sichergestellt werden soll. Die Wirksamkeit dieses internen Kontrollsystems soll durch jeden Jahresbericht evaluiert werden, wodurch zusätzliche Kosten für Firmen entstehen. Ausländische Unternehmen, die in den USA gelistet sind, sind dieser Pflicht für Jahresabschlüsse über Geschäftsjahre, die nach dem 15. Juli 2006 enden, unterworfen. Sog. „Whistleblower“, d.h. Arbeitnehmer, die den Aufsichtsbehörden Hinweise auf die Verletzung entsprechender Publizitätsvorschriften erteilen, genießen Kündigungsschutz. Allerdings gilt dies grundsätzlich nur für Angestellte US-amerikanischer Unternehmen. Auswirkungen hatte der Sarbanes-Oxley Act vor allem auf Prüfungsgesellschaften. Diese werden einer stärkeren Kontrolle unterworfen. Für den Abschlussprüfer gilt grundsätzlich ein Verbot, prüfungsnahe Dienstleistungen, wie z.B. Beratungsleistungen zu erbringen. Ihnen droht zudem eine verschärfte Haftung.

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