Zertifikate

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Was sind Zertifikate?

Zertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen und verbriefen das Rechte auf Rückzahlung eines Geldbetrags oder Lieferung des Basiswerts. Der Anleger ist damit Gläubiger des Zertifikatemittenten.

Eine Unterscheidung der zahlreichen Zertifikate lässt sich anhand folgender Punkte ausmachen:

Feste Laufzeit / ohne Laufzeitbegrenzung

Mit / ohne Kapitalschutz

Aktives / passives Management

Euro / Fremdwährung

Mit / ohne Kupons während der Laufzeit

Stück- oder nominalnotiert

Mit / ohne Kündigungsrecht des Emittenten

Nach welchen Faktoren richtet sie der Preis eines Zertifikats?

Der Ausgabepreis bestimmt sich nach dem Basiswert, einer sog. Marge (Kosten für Strukturierung und Vertrieb) und festgesetzten und ausgewiesenen Verwal-tungsgebühren mit Ausgabeaufschlag.

Während der Laufzeit kann sich freilich der Basiswert verändern. Andere Faktoren wie Währungsabweichungen, Dividenden und ähnliches können verändernd wirken.

Gerade bei Zertifikaten geht es stark um Vergütungen für Drittpersonen. Eine Besonderheit liegt darin, dass solche Anlagen an der Börse oder aber außerhalb der Börse durch den Emittenten oder Dritte (sog. Market Maker) gehandelt werden können. Dies wirkt sich auch auf die Preisgestaltung aus.

Wie erfolgt die Rückzahlung bei Zertifikaten?

Die Rückzahlung richtet sich nach den Bedingungen, die dem Zertifikat zugrunde liegen. Meist ist eine Geldzahlung vorgesehen.

Bei währungsgesicherten Zertifikaten (sog. Quanto-Struktur) errechnet sich die Rückzahlung abhängig vom Basiskurs in Fremdwährung und dem festgeschriebenen Währungsumrechnungskurs.

Wie unterscheiden sich Zertifikate mit Blick auf die Entwicklung des Basiswerts?

Zertifikate auf Aktien beziehen sich auf den Kurs einer bestimmten Aktie, fest-gehalten an der im Wertpapierprospekt festgelegten Börse zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Zertifikate können sich auch an Renten oder Zinsen orientieren und zwar beispielsweise dem EURIBOR oder einem Rentenindex.

Zertifikate beziehen sich aber auch auf andere Basiswerte, zum Beispiel Roh-stoffe (Gold, Öl, Agrarrohstoffe), Währungen (Wechselkurse von zwei bestimmten Währungen), Fonds, Anlageinstrumente, für die regelmäßig Preise festgestellt werden (Strom, Emissionsrechte u. ä.).

Was gilt bei der Zusammensetzung von unterschiedlichen Basiswerten?

Ein Anleger kann mit Indexzertifikaten in einen ganzen Markt investieren, also beispielsweise bei Aktien in den DAX oder Dow Jones. Dabei unterscheidet man Performance-Indices (jedwede Kursveränderung) und Preisindices (reine Kursentwicklung).

Basketzertifikate beziehen sich dagegen auf mehrere Einzelwerte, die in einem Korb zusammengefasst sind.

Einzelwertzertifikate orientieren sich dagegen nur an einem einzelnen Wert.

Wie können Zertifikate anhand ihrer Struktur klassifiziert werden?

Lineare Zertifikate (auch Plain-Vanilla-Zertifikat genannt) verbriefen ein Recht auf Zahlung eines Geld- oder Abrechnungsbetrags abhängig vom Basiswert am Stichtag.

Discoutzertifikate sind mit einer festen Laufzeit ausgestattete Wertpapiere, bei denen die Art der Rückzahlung (Aktien oder Indices) vom Preis des Basiswerts bei Fälligkeit abhängt.

Bonuszertifikate sind Anlagen, bei denen unter bestimmten Bedingungen am Laufzeitende zusätzlich zum Nominalwert ein Bonus gezahlt wird.

Expresszertifikate sind mit einer oder mehreren vorzeitigen Rückzahlungsmöglichkeiten ausgestattet und können so zu einer schnellen Kapitalrückzahlung führen.

Kapitalschutzzertifikate garantieren eine Mindestrückzahlung in Höhe des Aus-gangswerts bzw. eines festgelegten Prozentsatzes, wobei diese Zusicherung durch den Emittenten gegeben wird und deshalb allein von dessen Bonität abhängig ist.

Was sind Hebelzertifikate?

Hebelzertifikate orientieren sich nahezu vollständig an den Bewegungen des jeweiligen Basiswerts. Der Kapitaleinsatz ist dabei geringer als bei sonstigen Zer-tifikaten. Anleger können deshalb an den Wertsteigerungen direkt teilhaben. Gleiches gilt aber auch für Wertverluste. Deshalb gibt es oft eine sog. Knock-out-Schwelle, die bei erreichen eines bestimmten Basiswerts zur sofortigen Fälligkeit führt.

Bei Eintritt der Knock-out-Schwelle kann das Zertifikat in einigen Fällen kom-plett wertlos werden. Andererseits kann auch ein sog. Stop-Loss eingebaut sein, der dazu führt, dass zumindest ein Teilbetrag zurückerstattet wird.

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